Spanien: Mit 150 MBit/Sek am Strand – wo bleibt Deutschland?

In der letzten Woche brach in Berlin-Charlottenburg der Notstand aus. Plötzlich waren 160.000 Menschen für mehrere Stunden oder einen Tag ohne Breitband-Internetanschluss. Kriminelle waren in den Kabelschacht eingedrungen und schnitten die Kabel  durch. Plötzlich konnten keine e-Mails mehr gesendet oder empfangen , keine Musikstücke heruntergeladen oder gestreamt, keine VoIP Anrufen mehr geführt werden. Das Internet war einfach (physischkaputt.

Die darüber entstandene Aufregung dokumentiert eindrucksvoll, was der heutige Kanzleramtsminister Peter Altmaier bereits vor einigen Jahren feststellte :

„Der Anschluss ans Internet ist heutzutage wesentlich wichtiger als der Anschluß ans Strom-, Telefon- oder Fernsehnetz, von größerer Bedeutung als PKW, öffentlicher Nahverkehr oder Waschmaschine. Aus meiner Sicht hat er eine Bedeutung, die derjenigen des Zugangs zu Wasser und Grundnahrungsmitteln sehr nahekommt“.

Allmählich reift auch  in der Politik die Erkenntnis, dass das Internet die soziale Infrastruktur des 21. Jahrhunderts ist.

Leider folgt aus dieser Erkenntnis noch keine adäquate Handlung. In der digitalen Agenda, die das Bundeskabinett für Deutschland nächste Woche beschließen will, Ist das Ziel wenig herausfordernd formuliert. Bis 2018 soll die Bevölkerung mit mehr als 50 Mbit/Sek im Internet unterwegs sein. Hätte man sich dieses Ziel vor zehn Jahren gegeben, so wäre es ambitioniert gewesen. Zahlreiche europäische Nachbarn haben sich mittlerweile auf dem Weg in die Gigabit-Republik gegeben. Deutschland ist hier nicht einmal mehr Mittelmaß und verschläft die Entwicklung. Insofern bietet die digitale Agenda wenig Hoffnung.

Noch viel weniger Hoffnung besteht bei der Nutzung von freiem WLAN. Zwar wird man wohl die Störerhaftung für Gewerbebetriebe endlich beseitigen, private Haushalte, die den Interneanschluss teilen, werden jedoch weiterhin zur Verantwortung gezogen.

Ebenso vergeblich sucht man Aussagen zu freiem WLAN in Schulen, Behörden, Jugendbildungsstätten, Altenheimen etc.. Erst wenn hier der Zugang für alle möglich ist, wird Deutschland das „Neuland“ Internet erfolgreich entdeckt haben..

Erneut zeigen hier unsere europäischen Nachbarn, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Der schnelle  Internetanschluss ist allgegenwärtig. In der spanischen FerienstadBenidorm wird es künftig möglich sein, am Strand zu liegen und im Internet mit bis zu 150 MBit/Sek zu surfen, weil an Laternen, Haltestellen etc. „smart cells“ angebracht sind. Also auch der Strand muss keine Internetfreie Zone seinen.visitbenidorm.es

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