War 2014 ein gutes Jahr für Smart Cities in Deutschland?

Wir sind ja noch in der ersten Monatshälfte Januar. Da ist es dann noch erlaubt, Bilanz für 2014 zu ziehen. War 2014 das Jahr, das die Smart City Entwicklung besonders vorangebracht hat? Meine persönliche Bilanz fällt eher positiv aus.

Meine wichtigsten Argumente sind:

1. Die Debatte um die Auswirkungen und die Vor- und Nachteile der Digitalisierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft nimmt Fahrt auf. Besonders die großen Parteien wie CDU, CSU und SPD scheinen sich des Themas verstärkt anzunehmen. Die Bundeskanzlerin hat die Digitalisierung sogar als eines der drei wichtigsten Themen benannt, die für die Zukunft Deutschlands entscheidend sein werden.

In diesem Zusammenhang stehen dann auch die Auswirkungen, die die Digitalisierung auf unsere Städte und Gemeinden hat, auf der Tagesordnung. Somit ist der Resonanzboden geschaffen, damit das Konzept der smarten Stadt (Smart City) auch bei Politikern Beachtung findet.

2. Dies zeigt sich auch darin, dass es inzwischen mehrere bundesweite Plattformen gibt, die sich mit Smart City Themen beschäftigen. Die Nationale Plattform Zukunftsstadt gab ihren Zwischenbericht heraus, die Initiativen der Fraunhofer Gesellschaft zur „Morgenstadt“ gingen weiter und das Wissenschaftsjahr 2015 steht unter dem Leitmotiv Wissenschaftsjahr Zukunftsstadt.

3. Die Erkenntnis setzte sich durch, dass es eines Schulterschluss zwischen Stadt und ländlicher Umgebung bedarf. In vier Monaten erarbeiteten 40 (hauptsächlich junge) Frauen und Männer im Rahmen der Initiative Internet und Gesellschaft des Collaboratory e.V. das Konzept „Smart Country“ für den ländlichen Raum.

4. Die infrastrukturelle Voraussetzungen für die smarte Stadt werden langsam geschaffen: Zwar läuft der Ausbauprozess für Hochgeschwindigkeitsbreitband vor allem in städtischen Gebieten voll an, aber durch die Erarbeitung von Strategien der Länder wie Digitales Bayern oder Digitale Offensive Sachsen sollen in den nächsten Jahren auch die infrastrukturellen Voraussetzungen für ländliche Gebiete gegeben sein.

5. Die „Smarte Stadt“ trifft generell auf Akzeptanz in der Bevölkerung: Nach einer  VDE Studie von Oktober 2014 können sich 64 % der Bundesdeutschen vorstellen, in einer smarten Stadt zu leben. Zugleich gibt es noch viel Aufklärungsbedarf: 84 % haben diesen Begriff noch nicht gehört.

6. Die Smart City Konzepte von großen Städten wie Berlin, Hamburg und Köln werden international stärker beachtet. Dies zeigte sich auf dem Smart City Expo World Congress in Barcelona auch 2014.

Fazit: 2014 war ein Jahr, das einen guten Resonanzboden für Smart City Transformationen mit sich brachte.

Und meine persönliche Bilanz? Sie sieht so aus:

Mein Buch „Die smarte Stadt. Den digitalen Wandel intelligent gestalten. Handlungsfelder, Herausforderungen, Strategien“ wurde im April 2014 veröffentlicht. Inzwischen habe ich dazu mehrere Vorträge gehalten, sieben Artikel in Fachzeitschriften publiziert, einen Termin für eine Lesereise (Moers) absolviert sowie an einem Podcast des Deutschen Städte- und Gemeindebundes mitgewirkt.

Auch in 2015 will ich dazu beitragen, dass politische und administrative Entscheidungsträger erkennen, dass die smarte Stadt zu mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität führt und sie dazu die Rahmenbedingungen schaffen müssen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s