Bertelsmann-Stiftung erforscht „Smart Country“

„Smart Country – Teilhabe für alle sichern“. Unter diesem Leitmotiv hat die Bertelsmann-Stiftung ein neues Projekt gestartet. Ziel ist es, die sozialen und technologischen Bedingungen zu analysieren, die insbesondere den Räumen jenseits der Metropolen helfen, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern und das grundgesetzliche Postulat der Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen zu erfüllen.

Dabei geht das Projekt von einer dreifachen digitalen Spaltung aus: Die erste digitale Spaltung zeigt sich immer noch zwischen den Großstädten und dem ländlichen Raum. In Großstädten stehen meistens wesentlich höhere Bandbreiten zur Verfügung als im ländlichen Raum.

Die zweite digitale Spaltung betrifft diejenigen, die das schnelle Internet fürs Arbeiten, Leben, Lernen und zur Freizeitgestaltung intensiv nutzen. Das sind ca. 75 % der Bevölkerung in Deutschland. Trotzdem sind noch ca. 25 % aus eigenen Stücken oder unfreiwillig von den digitalen Chancen abgeschnitten.

Und die dritte digitale Spaltung ist sozio-ökonomischer Natur. Noch immer dominieren bei der Internetnutzung die wirtschaftlich Bessergestellten, während Randgruppen außen vor sind.

Der Projektansatz geht davon aus, dass die Verfügbarkeit von schnellem, leistungsfähigen Internet heute zur Daseinsvorsorge gerechnet werden muss und die traditionelle Versorgungs- und Entsorgungsinfrastruktur sowie die soziale Infrastruktur (Schulen, Krankenhäuser etc.) gleichberechtigt ergänzt. Durch die Veränderungen, die aufgrund von technischen Möglichkeiten wie intelligente Vernetzung und Sensorik sowie Big Data oder Cloud Computing, im 21. Jahrhundert für die herkömmliche Daseinsvorsorge erfolgen werden, kommt dieser vernetzten und intelligenten Infrastruktur im 21. Jahrhundert eher eine Leitrolle zu. Für demographisch benachteiligte Regionen stellt das hochleistungsfähige Internet sogar einen Beitrag zur „Dableibensvorsorge“ dar.

Im Projekt werden digitale Innovationen in fünf zentralen Handlungsfeldern untersucht. Diese sind:

  • Gesundheit und Pflege
  • Wirtschaft und Arbeit
  • Politik und Verwaltung
  • Mobilität und Logistik
  • Lernen und Information.

Da die Bertelsmann-Stiftung ja immer über den deutschen Tellerrand hinausblickt, darf man gespannt sein, welche nationalen und internationalen Best Practices und Handlungsempfehlungen sich aus diesem Projekt ergeben werden.

Verantwortlich für dieses Projekt sind die Macher des Wegweiser Kommune, der sich seit Jahren mit der demographischen Entwicklung in Städten und Kreisen befasst. Da lag es nur nahe, sich jetzt zusätzlich um die Chancen zu kümmern, die sich gerade bei den demographiegebeutelten Regionen aus der Digitalisierung und Vernetzung auftun.

 

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