Sind die gestiegenen Wohnungsmieten Chance für Smart Country?

Coworking_Space_in_Berlin
Sind die gestiegenen Wohnungsmieten in den Großstädten eine Chance für den ländlichen Raum? In den vergangenen Tagen waren wieder Zeitungsberichte zu lesen, in denen sich finanziell durchaus normal aufgestellte Mittelstandsfamilien darüber beklagten, dass sie sich in Großstädten wie Hamburg oder Frankfurt keine größere Wohnung mehr leisten können, weil die Mieten derart aus dem Ruder gelaufen sind. Als Konsequenz erwägen sie einen Umzug ins Umland.
Was dem einen seine Eule, ist dem anderen seine Nachtigall, sagt der Volksmund. Für die Kommunen im ländlichen Raum kann diese Mietpreisentwicklung in den Großstädten eine Chance sein, um vermehrt gut verdienende Familien anzusiedeln.
Dazu sollten Sie drei Maßnahmen ergreifen:
 1. Für leistungsfähige Internetzugänge sorgen
Erste Voraussetzung ist, dass sie eine gute technische Infrastruktur bieten. Dazu gehört inzwischen eine leistungsfähige Internetverbindung. Auch wenn die Bundesregierung offiziell der Meinung ist, dass 50 MBit/Sek im download ausreichend sind, zeigen viele Studien, dass der Trend eher in die Gigabit/Sek geht. Glasfaseranbindungen sind deswegen die Technologie der Zukunft – alles andere wird schnell eine Sackgasse. Wenn in einer Familie zwei oder drei Personen gleichzeitig ins Netz wollen, ist die Leistungsfähigkeit von ADSL schnell erschöpft. Und dank ausgefeilter vernetzter Kommunikationslösungen wie Webex, Skype oder Facetime ist es nicht mehr erforderlich, dass nach dem Umzug aufs Land zwangsläufig mehr Pendelei entsteht, wenn man mit den entfernt arbeitenden  Arbeitskollegen zusammenarbeiten will .
Da wir in unserem Leben zunehmend mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-Pc’s nutzen, sollten ebenfalls leistungsfähige (freie) W-LAN Zugänge im öffentlichen Raum oder in städtischen Gebäuden selbstverständlich sein.
2. Für Wissensarbeiter ein Smart-Work-Center einrichten
Viele Angehörige des Mittelstands arbeiten in wissensverarbeitenden Berufen. Sie haben sie inzwischen entdeckt, dass Wissensarbeit auch ortsunabhängig wahrgenommen war kann. Doch nicht jeder hat in seiner Wohnung ideale Voraussetzungen zum geistig-schöpferischen Arbeiten. Mal ist die Arbeitsumgebung nicht ideal, mal erfolgen viel zu viele Alltagsstörungen. Und manchen fehlt es auch an der nötigen Selbstdisziplin.
In einer Reihe von Großstädten haben sich  Coworking Spaces etabliert. Diese sind meist größere, offene Räume und stellen Arbeitsplätze und Infrastruktur (wie Netzwerk, Scanner, Drucker, Videoanlage etc.) zeitlich befristet zur gemeinsamen Benutzung zur Verfügung. Zielgruppe sind Kreative, Freiberufler und Digitale Nomaden. Ein weiteres Kennzeichen der Arbeit in Coworking Spaces ist das gegenseitige Befruchten durch Kommunikation und manchmal auch die Arbeit an gemeinsamen Projekten. In den Coworking Spaces ist man (im Unterschied zum Home Office) nie allein.
Dieses Prinzip könnten kleinere Städte auch für sich umsetzen. Mit der Einrichtung von Smart-Work-Center kann Freiberuflern oder Kreativen eine berufliche Infrastruktur eingerichtet werden, so dass sie ähnliche Vorteile im ländlichen Raum genießen können, wie sie es in den Großstadt hätten. Und für Alleinerziehende könnte das Smart-Work-Center gar mit Kinderbetreuungsmöglichkeiten kombiniert werden.
3. Die Produktion wieder aufs Land bringen
Mit der Einrichtung von Smart-Work-Center könnte auch die Schaffung von 3-D-Druckzonen verbunden werden. In ihnen entstehen Dinge, die an leistungsfähigen Rechnern entworfen werden und dann als Prototyp durch 3-D-Druckanlagen produziert werden. Diese 3-D-Druckanlagen könnten zum Beispiel in den Räumen der örtlichen Stadtbücherei entstehen. Ihre Installation eignet sich aber genauso in Smart-Work-Centern.
Haben Sie weitere Ideen, wie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in ländlich gelegenen Gemeinden von den stetig steigenden Mietpreisen in den Großstädten profitieren können?
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