Smart City: Meine fünf Highlights in 2017

 

Das Jahr 2017 ist nun schon wieder Geschichte. Deswegen will ich eine kurze Bilanz meiner persönlichen Smart City Höhepunkte aufzeigen.

Smart Country – Verleihung Reinhard Mohn Preis 

Im Juni 2017 vergab die Bertelsmann Stiftung den Reinhard Mohn Preis  an den früheren estnischen Staatspräsidenten Thomas Hendrik Ilves. Das war der Abschluss des Projektes „Smart Country – Vernetzt, intelligent, digital“. 18 Monate lang hatte ein Team von Experten der Bertelsmann Stiftung, der Beraterfirma PROGNOS und mir recherchiert, ausgewertet und bewertet, welche Erfolgsfaktoren für die Digitalisierung von Ländern und Regionen von Beachtung sind und welche beispielhaften Projekte die Digitalisierung dort in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft fördern. Als Ergebnis wurden zahlreiche Veröffentlichungen und Studien vorgelegt, die die Fragestellung aufnahmen und weiterführten.

Studie „Neue digitale Daten“

Für das Smart Country Projekt der Bertelsmann Stiftung hatte ich selbst auch eine kleine Studie erarbeitet. Sie trägt den Titel „Neue digitale Daten für die Entwicklung smarter Städte und Regionen“. Darin habe ich vier Quellen unterschieden, in denen neue digitale Daten erhoben werden. Diese sind a) Echtzeitdaten, die sich aus der städtischen Infrastruktur heraus ergeben, b) nicht strukturierte Daten aus sozialen Netzwerken, c) Daten aus der Crowd und schließlich d) Echtzeitdaten, die bottom-up von Bürgern oder Unternehmen an die Verwaltung gegeben werden. Zusätzlich generiert die Verwaltung natürlich noch Open Data Daten, die allerdings häufig immer noch eher statischer und historischer Natur sind als das sie mehrheitlich wirklich Echtzeitdaten enthalten.

Sollen diese neue digitalen Daten erhoben, analysiert, verwendet, veredelt oder gar aus ihnen Prognosen abgeleitet werden, so sind zahlreiche Veränderungen in Bezug auf die digitale Infrastruktur aber auch auf die Aufbau- und Ablauforganisation der öffentlichen Verwaltung erforderlich. Darüber hinaus entstehen in der öffentlichen Verwaltung auch neue Rollen, Berufsbilder und Kompetenzen.

 

Wettbewerb Digitale Stadt

Zu den zahlreichen bundesweiten Initiativen gehört sicherlich der vom Bitkom und vom deutschen Städte- und Gemeindebund getragene Wettbewerb „Digitale Stadt“. Angesprochen waren hier Städte, die zwischen rund 100.000 bis 150.000 Einwohner haben sowie über eine gute Verkehrsanbindung sowie eine Hochschule in der näheren Umgebung verfügen.

Als Preis wurde ein zweistelliger Millionenbetrag von den Unternehmen ausgelobt. Ziel des Wettbewerbs war es, „eine Modellstadt mit internationaler Strahlkraft zu schaffen“, die „beweist, das das Leben in der Digitalen Stadt so effizient und bequem, so bürgernah und umweltfreundlich sein wird wie in keiner anderen europäischen Stadt.“

Insgesamt beteiligten sich 14 Städte. In der Vorrunde schieden die Städte  Bergisch Gladbach, Bremerhaven, Cottbus, Göttingen, Gütersloh, Jena, Konstanz, Ludwigsburg und Ratingen aus. Fünf Städte schafften es ins Finale. Diese waren Darmstadt, Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg.

Sämtliche Finalisten hatten gut durchdachte und strukturierte Wettbewerbsbeiträge eingereicht, die das ganze Spektrum der Chancen der Digitalisierung einer Stadt aufzeigten. Sehr positiv am Wettbewerb war auch seine große Transparenz. Die beteiligten Städte, der Bitkom und der Städte- und Gemeindebund nutzten oftmals social Media Kanäle, so dass die Bevölkerung stets über den Wettbewerb im Bilde war.

Schließlich wurde mit der Stadt Darmstadt der Sieger gekürt. Er muss nun in den nächsten zwei Jahren beweisen, dass die Digitalisierung für die Bürgerinnen und Bürger aber auch für die Unternehmen erhebliche Vorteile in Bezug auf Lebens-, Aufenthalts- und Arbeitsqualität bringen wird.

Aus vielen Veröffentlichungen der teilnehmenden Städte ist jetzt zu entnehmen, dass alle am Thema weiterarbeiten und die Digitalisierung ihrer Stadt weiter forcieren wollen.

Smart City Kongresse

Smart City oder Digitale Stadt Kongresse und Konferenzen nehmen erheblich zu. Aus der Vielzahl der Veranstaltungen gehörten im Jahre 2017 der Smart City Expo World Kongress in Barcelona und die Blisscity in Frankfurt zu meinen Konferenz-Highlights.

In Barcelona trafen sich im November zum sechsten Mal Städte, Unternehmen, Vertreter der Zivilgesellschaft und Influencer zur SCEWC. Die Veranstaltung in Barcelona sprengte wieder einmal alle Rekorde.

18754 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt, 675 ausstellende Unternehmen, 700 Städte und Regionen sowie 420 Vortragende machen Barcelona zu dem internationalen Jahreshöhepunkt der Smart City Bewegung. Allerdings wird es dort auch immer unübersichtlicher. Die Messe hat davon profitiert, dass sie in eine größere Halle umziehen konnte. Leider blieb die Kongressveranstaltung in ihrer angestammten Halle, sodass es dort ziemlich eng wurde. Längst überschneiden sich die Veranstaltungsslots, so dass die Zusammenstellung des Programms für jeden Teilnehmer inzwischen ein bis zwei Stunden Vorbereitungszeit erfordert.

Inhaltlich wurde der Kongress von drei Keynote Vorträgen, zahlreichen Plenarsessions, nahezu 100 themenbezogene Sessions und sog. „Inspirational Talks“ getragen. Hervorzuheben sind die Keynote Speeches von Joan Clos, dem Direktor des UN Habitat Programms. Er hob die Notwendigkeit zur „Smart Urbanization“ hervor. Robert Muggah, Mitgründer des Igarape Instituts, referierte zum Thema „From fragile to resilient cities“. Bettina Warburg, Mitgründerin und Managing Partnerin von Animal Ventures präsentierte den letzten Vortrag. Ihre Keynote trug den Titel „The Rise oft the Decentralised Economy“.

Erstmalig fand in Frankfurt die sog. „Blisscity – die erste Smart City Convention in Deutschland“ statt. Sie wurde hauptsächlich vom Smart City Institut und dem Bundesverband Smart City unter Leitung von Frau Prof. Etezadzadeh getragen. Zahlreiche Unternehmen, vor allem aus der Verkehrs-, Logistik- und Energiebranche unterstützten inhaltlich und finanziell die Veranstaltung. Dabei war es ein kluger Schachzug der Veranstalter die Smart City Konferenz mit dem Hypermotion Kongress 2017 in der Frankfurter Messehalle zu verzahnen.

Der interessanten Konferenz hätte ich mehr Besucher gewünscht, weil die Qualität der Vorträge und Podiumsdiskussionen sehr hoch war. Sie reichte von einem Smart City Überblick aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bis hin zu den Smart City Aktivitäten der Deutschen Bahn oder den Plänen des Volkswagenkonzerns für das autonome Fahren in unseren Städten.

Digitaler Aufbruch Gütersloh

Ebenso wie anderen Städte, die sich am Wettbewerb Digitale Stadt beteiligt hatten, wird auch die 100.000 Einwohner Stadt Gütersloh die Chance nutzen, dass die Sensibilisierung der Bürgerschaft, des Rates, der Verwaltung und der örtlichen Unternehmen für künftige digitale Herausforderungen und den sich daraus ergeben Chancen gestiegen ist. Gütersloh macht mit einem Projekt „Digitaler Aufbruch Gütersloh“ weiter. In mehreren Runden mit dem maßgeblichen Treiber des Projektes – Bürgermeister Henning Schulz – entwickelten wir gemeinsam eine Rahmenkonzeption, in deren Mittelpunkt eine starke Beteiligung der Stadtgesellschaft bei der Erarbeitung der Digitalstrategie steht. Dieser Rahmen wurde im Oktober dem neu gegründeten interfraktionellen Arbeitskreis „Digitalisierung“ vorgestellt und im Dezember dem Hauptausschuss präsentiert. Daraufhin verabschiedete der Hauptausschuss die Vorlage einstimmig und schaffte mit dem Haushalt 2018 eine wesentliche Voraussetzung für das Projekt. Die Stadt Gütersloh wird zu Beginn des Jahres 2018 die Stelle eines „Chief Digital Officers“ ausschreiben. Dieser soll zusammen mit Verwaltung, Politik und der Stadtgesellschaft das Projekt weiterentwickeln und koordinieren.

Der erste Schritt wurde somit gesetzt. In 2018 wird sich zeigen, wie es in Gütersloh – aber auch in den anderen Städten des Wettbewerbs „Digitale Stadt“ – weitergehen wird.

Ich bin davon überzeugt, dass im Jahre 2018 viele dieser Impulse aufgenommen und fortgeführt werden. Im letzten Bundestagswahlkampf hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Digitalisierung vor allem der ländlichen Räume in Deutschland ziemlich weit oben auf der politischen Agenda stehen muss. Deswegen gilt das Motto: Stay tuned.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

, die Smart City Konferenz mit dem Hypermotion Kongress 2017 in der Frankfurter Messehalle zu verzahnen.

Der interessanten Konferenz hätte ich mehr Besucher gewünscht, weil die Qualität der Vorträge und Podiumsdiskussionen sehr hoch war. Sie reichte von einem Smart City Überblick aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bis hin zu den Smart City Aktivitäten der Deutschen Bahn oder den Plänen des Volkswagenkonzerns für das autonome Fahren in unseren Städten.

Digitaler Aufbruch Gütersloh

Ebenso wie anderen Städte, die sich am Wettbewerb Digitale Stadt beteiligt hatten, wird auch die 100.000 Einwohner Stadt Gütersloh die Chance nutzen, dass die Sensibilisierung der Bürgerschaft, des Rates, der Verwaltung und der örtlichen Unternehmen für künftige digitale Herausforderungen und den sich daraus ergeben Chancen gestiegen ist. Gütersloh macht mit einem Projekt „Digitaler Aufbruch Gütersloh“ weiter. In mehreren Runden mit dem maßgeblichen Treiber des Projektes – Bürgermeister Henning Schulz – entwickelten wir gemeinsam eine Rahmenkonzeption, in deren Mittelpunkt eine starke Beteiligung der Stadtgesellschaft bei der Erarbeitung der Digitalstrategie steht. Dieser Rahmen wurde im Oktober dem neu gegründeten interfraktionellen Arbeitskreis „Digitalisierung“ vorgestellt und im Dezember dem Hauptausschuss präsentiert. Daraufhin verabschiedete der Hauptausschuss die Vorlage einstimmig und schaffte mit dem Haushalt 2018 eine wesentliche Voraussetzung für das Projekt. Die Stadt Gütersloh wird zu Beginn des Jahres 2018 die Stelle eines „Chief Digital Officers“ ausschreiben. Dieser soll zusammen mit Verwaltung, Politik und der Stadtgesellschaft das Projekt weiterentwickeln und koordinieren.

Der erste Schritt wurde somit gesetzt. In 2018 wird sich zeigen, wie es in Gütersloh – aber auch in den anderen Städten des Wettbewerbs „Digitale Stadt“ – weitergehen wird.

Ich bin davon überzeugt, dass im Jahre 2018 viele dieser Impulse aufgenommen und fortgeführt werden. Im letzten Bundestagswahlkampf hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Digitalisierung vor allem der ländlichen Räume in Deutschland ziemlich weit oben auf der politischen Agenda stehen muss. Deswegen gilt das Motto: Stay tuned.

 

 

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