Smart City Talk 9 – Mobilität/Carsharing

Carsharing hat in den letzten Jahren viele Freunde in den Großstädten gefunden. Es ist hier Teil einer Mobilitätswende.

Mit Michel Stumpe, Gründer und Geschäftsführer des Start Up Carjump, diskutiere ich über die Zukunft der automobilen Mobilität in smarten Städten, welche Modelle des Carsharing es gibt und wie die Chancen des ländlichen Raums sind, auch Carsharing Angebote in Anspruch nehmen zu können. Außerdem gibt er Hinweise, was Kommunalpolitik tun kann, damit Carsharing gefördert wird.

http://smartcitytalk.libsyn.com/smart-city-talk-9-automobile-mobilitt-mit-michael-stumpe

Advertisements

Smart City Talk_7_Digitales Singapur

Die neueste Ausgabe des Podcast „Smart City Talk“ ist online. Diesmal geht es um Singapur. Zum Jahresanfang war ich dort und sammelte Erkenntnisse und Eindrücke rund um das Thema „Digitales Singapur“.

Konkret sollen drei Fragen beantwortet werden:

1. Wie schafft es Singapur, trotz erheblichem Bevölkerungswachstum den Verkehr einigermassen flüssig zu halten?
2. Wie bezieht Singapur die Stadtgesellschaft bei der Entwicklung einer Vision ein? Die Ausstellung „The Future of us“ gibt hier Antworten.
3. Welche weitergehenden Pläne zur Digitalisierung der Stadt enthält der Plan „Smart Nation?

Links zum Podcast:

Libsyn.com:

http://smartcitytalk.libsyn.com/smart-city-talk_7_digitales-singapur

oder bei Soundcloud:

Erfolgsrezept Smarte Arbeitsplätze + Kinderbetreuung

Gibt es eine soziale Infrastruktur, die als eierlegende Wollmilchsau die Erfordernisse der CO2-Reduktion, die Bekämpfung des Facharbeitermangels und die soziale Integration von Alleinerziehenden in den Arbeitsmarkt unter einen Hut bringt?

Smart Work Center haben das Potenzial dazu. Erfunden wurden sie in den Niederlanden und traten dann ihren Siegeszug in anderen Ländern wie Korea oder Frankreich an. Diese Center wurden an den Stadträndern eingerichtet, die dennoch gut mit dem ÖPNV zu erreichen sind. Auf diese Weise ersparen sie Autoverkehr und tragen mithin zur CO2 Reduktion bei. Die Nutzerinnen und Nutzer dieser Smart Work Center finden hier die neueste technologische Infrastruktur wie Hochgeschwindigkeitsbreitband oder HD-Videokonferenzräume vor. Gerade Außendienstmitarbeiter, Freiberufler, Start up Gründer und Alleinerziehende können hier bequem temporäre Arbeitsplätze buchen.

Diese Smart Work Center tragen aber auch dazu bei, die Integration von Alleinerziehenden in den Arbeitsprozess zu erleichtern. Die meisten Smart Working Center bieten nämlich auch Kinderbetreuung und andere soziale Dienstleistungen an.

In Deutschland gibt es seit kurzem eine abgespeckte Version dieser Smart Work Center. Sie heißen hier in der Regel CO-Working-Spaces. Ca. 230 soll es hier in Deutschland geben. Und da wir hier Meister im Kopieren erfolgreicher Internetideen sind, ist auch ein Start Up gegründet worden, das von dieser niederländischen Idee profitiert. Coworking-Toddler heißt das junge Unternehmen, das Arbeitsplätze zum Anmieten mit Kinderbetreuung zur Verfügung stellt.

Für die kreative Klasse von Beratern, Designern, Werbemenschen etc. und für die größer werdende Gruppe von Freiberuflern sind hiermit wichtige Bedingungen für kreatives und kollaboratives Arbeiten geschaffen worden. Was fehlt? Schaut man sich in den Co-Working Spaces in Deutschland um, dann ist es meistens die technologische Innovationskomponente.

Außerdem vermisst man Transparenz. Wo sind die nächsten Co-Working-Spaces? Welche Ausstattung haben sie? Wie können sie gebucht werden? Alles Fragen, die in London auf einen Klick beantwortet werden können. Die Website CO-Working London lässt keine Transparenzwünsche offen.

Co-Working-Spaces – gekoppelt mit technologischer Spitzeninfrastruktur und Kinderbetreuung – werden eine wesentliche soziale Infrastruktur für die smarte Stadt oder die smarte Region sein. Dann kommen die Kreativen auch wieder aufs Land – nicht nur am Wochenende zum Erholen.

Ich freue mich auf das selbstfahrende Fahrzeug

Ich gehöre zu der Sorte von Führerscheinbesitzern, die seit Jahren nicht mehr gerne Auto fahren. Autofahren langweilt mich. Es ist mir auch zu stressig. Ich nutze jetzt meine Zeit viel lieber in der Bahn oder im Flugzeug. Deshalb setze ich große Hoffnung in das selbstfahrende Fahrzeug.

Nachdem große Internetkonzerne wie Google in die klassische Domäne der Automobilfabrikanten vor vier Jahren eindrangen sind, haben nun die PKW Hersteller zurückgeschlagen. Auf der Technologie-Wallfahrtsmesse CES in Las Vegas waren sie prominent mit autonom fahrenden Fahrzeugen vertreten. Dabei mischten nach Pressberichten besonders die deutschen Hersteller wie Audi und Daimler-Benz mit. Kein deutscher Hersteller aus der Autobranche kann es sich leisten, diese neue Entwicklung zu ignorieren, zumal sich international bereits Bemerkenswertes ereignet hat.

In Großbritannien beispielsweise gehen ab 2015 drei Städte an den Start, die von der britischen Regierung ausgewählt wurden. Sie realisieren jeweils Piloten für autonom fahrende Fahrzeuge und testen so in den nächsten 18-36 Monaten in der Stadt die neue technologische Entwicklung. Dieser Pilot gehört zum umfassenden Vorhaben der Regierung, die digitale Revolution zu gestalten. 10 Mio. Pfund lässt sich die Regierung dies kosten. Damit verfolgt die britische Regierung das Ziel, Weltmarktführer bei der fahrerlosen Autotechnik zu werden.

In den USA ist man bereits weiter. Im Silicon Valley haben die autonomen Fahrzeuge von Google bereits mehr als 2 Mio Kilometer erfolgreich hinter sich gelassen. In diesem Jahr wollen einige US-Bundesstaaten bereits die gesetzlichen Voraussetzungen für selbstfahrende Fahrzeuge schaffen.

In Deutschland beginnt in guter alter Tradition jetzt erst einmal eine Debatte, welche Vor- und Nachteile autonom fahrende Fahrzeige haben. Besonders die rechtlichen Hürden und die ethischen Bedenken werden hierbei betont anstatt die unbestreitbaren Vorteile wie Erhöhung der Mobilitätsreichweite auch für behinderte und ältere Personen, Entlastung des städtischen Parkraumes, Erhöhung der Verkehrssicherheit oder Steigerung der Produktivität der Beschäftigten in der Rushhour hervorzuheben.

Vernetzt selbstfahrende Fahrzeuge, die mit Elektroenergie angetrieben werden, werden in einigen Jahren die Zukunft des Straßenverkehrs bestimmen. In Kombination mit anderen Mobilitätsarten sind sie ein wichtiger Baustein für die Mobilität von morgen. Diesen Trend darf Deutschland nicht verschlafen, zumal die Automobilbranche bisher ein Rückgrat unserer Volkswirtschaft ist.

Los Angeles: Sensoren schaffen „Grüne Welle“

Wie oft haben wir uns schon über die Ampelschaltung in Großstädten geärgert. Wenn der Vordermann nicht exakt das Tempo einhielt, war es vorbei mit der grünen Welle. In den meisten Städten sind die Ampeln nicht nach dem Verkehrsaufkommen sondern nach einer voreingestellten Uhrzeit geschaltet. Egal, ob gerade ein Auto kommt, die Ampel zeigt den Dreiklang von Grün, Geld, Rot – oftmals sogar 24 Stunden am Tag.

In einer smarten Stadt muss das nicht sein. Kürzlich hat die US-amerikanische Metropole Los Angeles gezeigt, dass es auch anders geht. Alle 4500 Ampeln wurden untereinander vernetzt. Sensoren auf der Fahrbahn senden Echtzeit-Informationen über die tatsächliche Verkehrssituation und Straßenauslastung. Diese Informationen werden über Glasfaserkabel übertragen und an eine Verkehrssteuerungsstelle gesendet. Hier analysiert der Computer das Verkehrsgeschehen und schaltet die Ampeln so, dass ein gleichbleibender Verkehrsfluss möglich ist. Weil er auch die Vergangenheitsdaten in seine Analyse einbezieht, nimmt der Computer – ohne menschliches Eingreifen – auch Vorhersagen über die künftige Verkehrssituation vor und schaltet die Ampeln entsprechend..

Als Ergebnis verzeichnet die Verkehrslenkungsbehörde von Los Angeles weniger Stop-and-Go Verkehr und reduziertere CO2-Werte. Allerdings zeigt auch dieses Beispiel die Zweischneidigkeit von intelligenten Verkehrsmanagementsystemen auf der Grundlage von vernetzten Sensoren, Ampelanalagen und Kameras. Wenn jetzt der Weg zur Arbeit oder nach Hause wieder flüssiger wird, könnten auch wieder mehr Menschen ins Auto steigen und damit nachhaltige Verkehrspolitik konterkarrieren.

⅔ der Österreicher wollen in smarten Städten leben

Smarte Städte stoßen auch bei den Bürgerinnen und Bürgern auf Akzeptanz. Nach einer Befragung von Österreichs größter Immobilienplattform Immonet wollen 64 % der Österreicher künftig in smarten Städten leben. Dabei stehen bei ihnen besonders moderne Stadtplanungskonzepte, smarte Mobilitätslösungen, energieeffiziente und klimaschonende Gebäudetechnologien sowie erneuerbare Energien im Vordergrund. Und 72 % sehen schnelles Breitband als absolutes Muss einer modernen Infrastruktur an.Bild

Mahr Informationen dazu: http://www.immobilien.net/presse/zwei-drittel-der-oesterreicher-wollen-smart-cities/

Hamburger City – autofrei in 20 Jahren?

Die Website Autoweek.com berichtet, dass ein Hamburg als Teil der Smart City Planungen, es die Überlegung gibt, die Innenstadt in 20 Jahren vollständig autofrei zu haben. Der Plan soll vorsehen , dass die Mobilität in der Hamburger Innenstadt durch verbesserten ÖPNV, Fahrrad- und Fußgängerverkehr innerhalb eines „grünen Netzes“ gesichert wird. Außerdem soll die Aufenthaltsqualität durch vernetzte Parks, Grünflächen, Spielplätze oder Wassersport- und Freizeiteinrichtungen in diesem „grünen Netz“ deutlich erhöht werden. Der Beitrag reiht Hamburg in ähnliche Überlegungen in Kopenhagen ein, wo 26 Super Highways für Fahrräder geschaffen werden sollen. 

Mehr Infos: http://www.autoweek.com/article/20140117/carnews/140119842