Smart City Talk_7_Digitales Singapur

Die neueste Ausgabe des Podcast „Smart City Talk“ ist online. Diesmal geht es um Singapur. Zum Jahresanfang war ich dort und sammelte Erkenntnisse und Eindrücke rund um das Thema „Digitales Singapur“.

Konkret sollen drei Fragen beantwortet werden:

1. Wie schafft es Singapur, trotz erheblichem Bevölkerungswachstum den Verkehr einigermassen flüssig zu halten?
2. Wie bezieht Singapur die Stadtgesellschaft bei der Entwicklung einer Vision ein? Die Ausstellung „The Future of us“ gibt hier Antworten.
3. Welche weitergehenden Pläne zur Digitalisierung der Stadt enthält der Plan „Smart Nation?

Links zum Podcast:

Libsyn.com:

http://smartcitytalk.libsyn.com/smart-city-talk_7_digitales-singapur

oder bei Soundcloud:

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Los Angeles: Sensoren schaffen „Grüne Welle“

Wie oft haben wir uns schon über die Ampelschaltung in Großstädten geärgert. Wenn der Vordermann nicht exakt das Tempo einhielt, war es vorbei mit der grünen Welle. In den meisten Städten sind die Ampeln nicht nach dem Verkehrsaufkommen sondern nach einer voreingestellten Uhrzeit geschaltet. Egal, ob gerade ein Auto kommt, die Ampel zeigt den Dreiklang von Grün, Geld, Rot – oftmals sogar 24 Stunden am Tag.

In einer smarten Stadt muss das nicht sein. Kürzlich hat die US-amerikanische Metropole Los Angeles gezeigt, dass es auch anders geht. Alle 4500 Ampeln wurden untereinander vernetzt. Sensoren auf der Fahrbahn senden Echtzeit-Informationen über die tatsächliche Verkehrssituation und Straßenauslastung. Diese Informationen werden über Glasfaserkabel übertragen und an eine Verkehrssteuerungsstelle gesendet. Hier analysiert der Computer das Verkehrsgeschehen und schaltet die Ampeln so, dass ein gleichbleibender Verkehrsfluss möglich ist. Weil er auch die Vergangenheitsdaten in seine Analyse einbezieht, nimmt der Computer – ohne menschliches Eingreifen – auch Vorhersagen über die künftige Verkehrssituation vor und schaltet die Ampeln entsprechend..

Als Ergebnis verzeichnet die Verkehrslenkungsbehörde von Los Angeles weniger Stop-and-Go Verkehr und reduziertere CO2-Werte. Allerdings zeigt auch dieses Beispiel die Zweischneidigkeit von intelligenten Verkehrsmanagementsystemen auf der Grundlage von vernetzten Sensoren, Ampelanalagen und Kameras. Wenn jetzt der Weg zur Arbeit oder nach Hause wieder flüssiger wird, könnten auch wieder mehr Menschen ins Auto steigen und damit nachhaltige Verkehrspolitik konterkarrieren.

Die dunkle Seite der „smarten Stadt“

Nicht alle sind von der Idee der „Smarten Stadt“ begeistert. Einer der größten Kritiker ist Adam Greenfield (früherer Designer bei Nokia und Design-Professor an der NYU Design School), der in einem lesenswerten Pamphlet „Against the Smart City“eine Reihe von Argumenten gegen die Konzeption aufführt. Insbesondere wendet er sich gegen die Technologiedominanz und -gläubigkeit von großen Konzernen wie IBM, Cisco und Siemens, die den Stadtvätern eingeredet hätten, die künftige Steuerung der Stadt sei nur nicht über den systematischen Einsatz von vernetzten Informations- und Kommunikationstechnologien möglich. Darüber hinaus nimmt er die Steuerung über Daten kritisch unter die Lupe. Wer das ganze Buch nicht lesen will, für den bietet es sich dann, die wesentlichen Kritikpunkte aus einem Interview zu entnehmen.

http://io9.com/the-dark-side-of-the-smart-city-1512608758