Smart City Talk_7_Digitales Singapur

Die neueste Ausgabe des Podcast „Smart City Talk“ ist online. Diesmal geht es um Singapur. Zum Jahresanfang war ich dort und sammelte Erkenntnisse und Eindrücke rund um das Thema „Digitales Singapur“.

Konkret sollen drei Fragen beantwortet werden:

1. Wie schafft es Singapur, trotz erheblichem Bevölkerungswachstum den Verkehr einigermassen flüssig zu halten?
2. Wie bezieht Singapur die Stadtgesellschaft bei der Entwicklung einer Vision ein? Die Ausstellung „The Future of us“ gibt hier Antworten.
3. Welche weitergehenden Pläne zur Digitalisierung der Stadt enthält der Plan „Smart Nation?

Links zum Podcast:

Libsyn.com:

http://smartcitytalk.libsyn.com/smart-city-talk_7_digitales-singapur

oder bei Soundcloud:

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Ich freue mich auf das selbstfahrende Fahrzeug

Ich gehöre zu der Sorte von Führerscheinbesitzern, die seit Jahren nicht mehr gerne Auto fahren. Autofahren langweilt mich. Es ist mir auch zu stressig. Ich nutze jetzt meine Zeit viel lieber in der Bahn oder im Flugzeug. Deshalb setze ich große Hoffnung in das selbstfahrende Fahrzeug.

Nachdem große Internetkonzerne wie Google in die klassische Domäne der Automobilfabrikanten vor vier Jahren eindrangen sind, haben nun die PKW Hersteller zurückgeschlagen. Auf der Technologie-Wallfahrtsmesse CES in Las Vegas waren sie prominent mit autonom fahrenden Fahrzeugen vertreten. Dabei mischten nach Pressberichten besonders die deutschen Hersteller wie Audi und Daimler-Benz mit. Kein deutscher Hersteller aus der Autobranche kann es sich leisten, diese neue Entwicklung zu ignorieren, zumal sich international bereits Bemerkenswertes ereignet hat.

In Großbritannien beispielsweise gehen ab 2015 drei Städte an den Start, die von der britischen Regierung ausgewählt wurden. Sie realisieren jeweils Piloten für autonom fahrende Fahrzeuge und testen so in den nächsten 18-36 Monaten in der Stadt die neue technologische Entwicklung. Dieser Pilot gehört zum umfassenden Vorhaben der Regierung, die digitale Revolution zu gestalten. 10 Mio. Pfund lässt sich die Regierung dies kosten. Damit verfolgt die britische Regierung das Ziel, Weltmarktführer bei der fahrerlosen Autotechnik zu werden.

In den USA ist man bereits weiter. Im Silicon Valley haben die autonomen Fahrzeuge von Google bereits mehr als 2 Mio Kilometer erfolgreich hinter sich gelassen. In diesem Jahr wollen einige US-Bundesstaaten bereits die gesetzlichen Voraussetzungen für selbstfahrende Fahrzeuge schaffen.

In Deutschland beginnt in guter alter Tradition jetzt erst einmal eine Debatte, welche Vor- und Nachteile autonom fahrende Fahrzeige haben. Besonders die rechtlichen Hürden und die ethischen Bedenken werden hierbei betont anstatt die unbestreitbaren Vorteile wie Erhöhung der Mobilitätsreichweite auch für behinderte und ältere Personen, Entlastung des städtischen Parkraumes, Erhöhung der Verkehrssicherheit oder Steigerung der Produktivität der Beschäftigten in der Rushhour hervorzuheben.

Vernetzt selbstfahrende Fahrzeuge, die mit Elektroenergie angetrieben werden, werden in einigen Jahren die Zukunft des Straßenverkehrs bestimmen. In Kombination mit anderen Mobilitätsarten sind sie ein wichtiger Baustein für die Mobilität von morgen. Diesen Trend darf Deutschland nicht verschlafen, zumal die Automobilbranche bisher ein Rückgrat unserer Volkswirtschaft ist.

Los Angeles: Sensoren schaffen „Grüne Welle“

Wie oft haben wir uns schon über die Ampelschaltung in Großstädten geärgert. Wenn der Vordermann nicht exakt das Tempo einhielt, war es vorbei mit der grünen Welle. In den meisten Städten sind die Ampeln nicht nach dem Verkehrsaufkommen sondern nach einer voreingestellten Uhrzeit geschaltet. Egal, ob gerade ein Auto kommt, die Ampel zeigt den Dreiklang von Grün, Geld, Rot – oftmals sogar 24 Stunden am Tag.

In einer smarten Stadt muss das nicht sein. Kürzlich hat die US-amerikanische Metropole Los Angeles gezeigt, dass es auch anders geht. Alle 4500 Ampeln wurden untereinander vernetzt. Sensoren auf der Fahrbahn senden Echtzeit-Informationen über die tatsächliche Verkehrssituation und Straßenauslastung. Diese Informationen werden über Glasfaserkabel übertragen und an eine Verkehrssteuerungsstelle gesendet. Hier analysiert der Computer das Verkehrsgeschehen und schaltet die Ampeln so, dass ein gleichbleibender Verkehrsfluss möglich ist. Weil er auch die Vergangenheitsdaten in seine Analyse einbezieht, nimmt der Computer – ohne menschliches Eingreifen – auch Vorhersagen über die künftige Verkehrssituation vor und schaltet die Ampeln entsprechend..

Als Ergebnis verzeichnet die Verkehrslenkungsbehörde von Los Angeles weniger Stop-and-Go Verkehr und reduziertere CO2-Werte. Allerdings zeigt auch dieses Beispiel die Zweischneidigkeit von intelligenten Verkehrsmanagementsystemen auf der Grundlage von vernetzten Sensoren, Ampelanalagen und Kameras. Wenn jetzt der Weg zur Arbeit oder nach Hause wieder flüssiger wird, könnten auch wieder mehr Menschen ins Auto steigen und damit nachhaltige Verkehrspolitik konterkarrieren.

Portugal: Eine smarte Stadt für mehr als 200.000 Einwohner

Smart City Konzepte enstanden hauptsächlich für die schnell wachsenden Städte in Asien und dem Nahen Osten. Songdo in Korea und Masdar sind prominente Beispiele. Nun soll auch in Europa auf dem Reißbrett eine weitere Stadt neu entstehen und durch smarte Technologien entwickelt und gesteuert werden. Im Norden Portugals wird mit Paredes eine Stadt aufgebaut, die später über 200.000 Einwohner haben soll. Diese Stadt soll ein Benchmark für die smarte Stadt sein. In ihr werden neue Gebäude intelligent mit dezentraler Energieerzeugung und -managementerreichtet, vernetzte Verkehrskonzepte mit Sensorsteuerung ausprobiert, neue Formen des Zusammenlebens in smarten Communities entwickelt. Paredes soll ein Entwicklungslabor für die Stadt von Morgen und für die Entwicklung von smarten Technologien werden.

Das Projekt kann ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel von städtischer digitaler Infrastruktur, Software und neuen Dienstleistungen sein. Interessant ist es vor allem auch im Hinblick auf die beabsichtigte Einwohnerzahl, die die bisherige Kleinräumigkeit  von Smart City Ansätzen in Europa überwinden kann.

Weitere Infos: http://www.living-planit.com/default.htm

Oldenburg: Neue Verkehrssteuerung durch Sensoren

Sensortechnologie stellt eine wesentliche Grunde für eine smarte Stadt dar. Zusammen mit IBM und der Verkehrsleitzentrale der Stadt Oldenburg haben 12 Studenten eine Simulation erarbeitet, wie die Stadt Oldenburg durch Sensoren bessern gesteuert werden kann.

OLdenburg SensorprojektSensoren erfassen nehmen Live-Abbilder der jeweiligen Verkehrssituation, des aktuellen Energieverbrauchs und der Wetterlage und werten sie aus. Die Gesamtheit aller Daten wird an eine neue städtische Schaltzentrale geschickt, die damit das städtische Geschehen besser planen und steuern kann.

Mehr Infos auf der Webseite: http://www.pg-alise.de

 

 

Am Beispiel der Stadt Oldenburg simuliert die Präsentation, wie Sensoren Live-Abbilder der jeweiligen Verkehrssituation, der Wetterlage oder des aktuellen Energieverbrauchs erfassen und auswerten. Diese Informationen gelangen gebündelt an eine Schaltzentrale, wo sie der Planung des städtischen Lebens dienen. Projektpartner ist die Verkehrsleitzentrale der Stadt Oldenburg sowie das Smarter Cities Lab der IBM Research (Dublin/Irland). Die Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg unterstützt das Projekt finaziell.