Neue Digitale Businessmodelle. Wer gewinnt – David oder Goliath?

Der private Vermitlungsdienst AirBnb hat jetzt das Übernachtungsgewerbe aufgeschreckt. Ebenso unter Druck gerät die etablierte Taxibereitstellung durch den digitalen Dienst UBER.

AirBnB ist eine digitale Plattform, die Angebote und Nachfrage nach privaten Übernachtungsangeboten zusammenführt. Ebenso wie Millionen anderer Menschen habe ich diesen Dienst gerne genutzt – zuletzt für unsere Kanadareise. Es ist bequem, in einer gut ausgestatteten Privatwohnung, von der ich mir über die Webseite durch Fotos, Beschreibungen und Bewertungen durch andere Nutzer einen Eindruck verschaffen konnte, zu übernachten. Die Preise sind meistens günstiger als in den gesichtslosen Hotels oder Appartmenthäusern. Der große Erfolg von AirBnb trifft nunmehr auf harte Kritik. In der Regel zahlen die Anbieter keine Steuern. Deshalb schlägt das Imperium nun zurück. In San Francisco und New York wurde Mietern gekündgt, weil sie illegale Untervermietung betrieben. Und der New Yorker Staatsanwalt hält AirBnb sogar für eine kriminelle Vereinigung.

Ein zweites Beispiel, wo neue digitale Plattformen, die sich des Internet bedienen, etablierte Dienstleister verdrängen, ist das Taxigewerbe. Nach dem großen Erfolg, den der private Taxivermittlungsdienst UBER in den USA hatte, versucht er nun den Siegeszug über den großen Teich anzutreten. Hier trifft er auf den geballten Widerstand der analogen Serviceunternehmen – wobei dieser Begriff bei den meisten herkömmlichen Taxis wohl fehl am Platz ist. In Berlin klagte die Taxiinnung und bekam Recht, weil es sich bei UBER um illegale Personenbeförderung handeln solle, die nach dem deutschen Personenbeförderungsgesetz verboten sei. Selbst die EU-Kommissarin Nelie Kroes hatte für diese Argumentation nur ein Kopfschütteln übrig und kündigte an, diese Gesetze auf den Grundsatz der Freizügigkeit hin zu überprüfen. Nicht nur in Berlin sondern auch in Paris und Brüssel hat die UBER Expansion erheblichen Widerstand hervorgerufen. Interessant wird sein, welches Schicksal UBER Pop erleiden wird. Bei diesem digitalen Modell stellen Privatleute, die von UBER zuvor im Hinblick auf Führerschein und Versicherung hin überprüft wurden, ihre Autos als Mitfahrdienst zur Verfügung, der in Echtzeit über das Smartphone zu buchen ist.

Beide Beispiele zeigen, dass unser heutiges Rechtssystem angesichts der neuen digitalen Modelle auf dem Prüfstand stehen wird. Egal, ob es sich um gesetzlich festgelegte Preise für Dienstleistungen wie bei Taxiunternehmungen oder bei der zeitweisen Überlassung von Wohnraum an Touristen in der Airbnb Community handelt – der digitale Wandel ruft Veränderungen hervor. Wer wird gewinnen – David oder Goliath?

http://www.zeit.de/digital/internet/2014-04/airbnb-private-vermietung-illegal

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Smarte Stadt – Newssplitter

Smarte Mobilität/Energie:

Die Linzer Strassenbahnen AG setzt Sensoren bei M2M Kommunikation ein, um in Echtzeit den Energieverbrauch von Strassenbahnen und später auch elektrischen Bussen zu erfassen. Damit konnten bisher 10 % des Energieverbrauchs (=300 Haushalte) eingespart werden.

http://futurezone.at/digital-life/linzer-strassenbahn-zaehlt-fahrgaeste-und-misst-energiebedarf/48.344.992

Smarte Bildung:

Zu den wichtigsten Aufgaben bei einer Strategie zur smarten Stadt gehört es, sicherzustellen, dass so viel Menschen wie möglich von digitaler Inklusion profitieren können. Der Government Digital Service des britischen Cabinet Office hat jetzt eine Checkliste veröffentlicht, anhand derer Städte bestimmen können, ob sie diesen Ansprüchen genügen. Außerdem gibt es zahlreiche Beispiele aus Projekten.

https://gds.blog.gov.uk/2014/01/13/a-checklist-for-digital-inclusion-if-we-do-these-things-were-doing-digital-inclusion/

Smarte Wertschöpfung

Am diesjährigen World Economic Forum in Davos nahmen auch zahlreiche Politiker aus den größten Städten der Welt teil. Ihre Empfehlungen zur Entwicklung der Megacities hat Bloomberg Business zusammengefasst.

http://www.businessweek.com/news/2014-01-26/megacity-tips-from-europe-s-highest-town-as-davos-debates-future

Smart City Strategie

Die Stadt Wiesloch ist für die EU-Förderinitiative „Smart Cities and Communities“ auf der Suche nach Partnern. Wiesloch tritt an in der Kategorie „Kleine Städte unter 150.000 Einwohner“. Nach einem Zeitungsbericht könnte die Wahl auf die rumänische Stadt Sibiu fallen.

http://www.wiesloch.de/pb/,Lde/1171126.html

http://www.wiesloch.de/pb/,Lde/Home/Aktuelle+Nachrichten/Smart+City.html

Smarte Stadt – Newssplitter

Smarte Mobilität/Smarte Verwaltung und Politik

Erneut einen Beweis dafür, dass die smart City Bewegung nicht nur große Städte, sondern auch kleine und mittlere Städte und Gemeinden umfasst, liefert die österreichische Stadt Hartberg mit 6500 Einwohnern. So wird in der Stadt jetzt beispielsweise Technologie eingesetzt, damit sich Bürger untereinander privat ein Auto teilen können, das ja meistens 23 Stunden am Tag nicht bewegt wird. http://www.kleinezeitung.at/steiermark/hartbergfuerstenfeld/3529621/private-teilen-sich-autos.story. Außerdem bemerkenswert: Der Aufbau einer Innovationsplattform „Mein Hartberg im Jahre 2050“. http://www.hartberg.at/0uploads/dateien1290.pdf 

 

Smart City Konzept:

Das Beratungsunternehmen IDC hat für 2014 ingesamt 10 Prognosen zur Entwicklung von smarten Städten erstellt. Obwohl sie sich auf die US-amerikanische Entwicklung beziehen, geben sie wichtige Hinweise auch auf mögliche Veränderungen in deutschen Städten. Die 10 Vorhersagen sind:

 

„15% of cities in the world will be in the Opportunistic Stage of Smart City maturity. Shadow IT will be a major source of departmental level innovation but will threaten Smart City roadmaps. The key enabler of omni-channel citizen experience will be mobile. The business case for NextGen311 investment will be based on operational performance transformation value and not just customer service. Open data sets and open APIs will start to affect policy decision-making. Leading edge cities experiment with gamification as first step to nudge citizen behavior change. Worldwide Smart City spending on the Internet of Things will be $265 billion in 2014. In 2014, Smart Cities will redirect 15-20% of traditional IT spending to the cloud. 45% of all big data use cases will be in financial performance, public safety, and transportation. Competition heats up and there is significant M&A and partnership activity as vendors better define their offerings.“

http://www.occupycorporatism.com/2014-idc-report-top-10-global-predictions-smart-cities/

 

Smarte Wertschöpfung:

Das britische Ministerium für „Business Innovation and Skills“ veröffentlichte eine Studie zum Smart City Markt und zeigt damit, dass der Wettbewerb um Exportchancen von Lösungen und Produkten in diesem Bereich eröffnet ist. Für die Bereiche Wasser, Abfall, Verkehr, Energie und Betreutes Leben werden Potenziale aufgezeigt. Dabei zeigt die Studie eindrucksvoll, dass vor allem vernetzte Lösungen zwischen diesen Handlungsfeldern den größten Mehrwert für die ökonomische, gesellschaftliche und ökologische Entwicklung einer Stadt bringen.

https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/249423/bis-13-1217-smart-city-market-opportunties-uk.pdf