Der nächste Schritt: Smartes Land

Nachdem die letzten Jahre davon geprägt waren, die Großstädte mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie „smart“ werden zu lassen, kam mit dem CDU/CSU/SPD Koalitionsvertrag auf Bundesebene der Themenbereich „Digitalisierung der ländlichen Regionen“ auf die politische Agenda.

Die nachfolgenden 10 Thesen erläutern Gründe, den Sachstand und die Aufgaben, die sich bei der Erarbeitung einer Digitalen Agenda stellen.

These 1: Es gibt einen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Großstädten und digitalen ländlichen Regionen: Großstädte ziehen immer mehr Bewohner an (u.a. durch Migration und Landflucht), weshalb die Probleme in den Großstädten immer mehr zunehmen. Fehlende Wohnungen, dichterer Verkehr, zunehmende Umwelt- und Luftbelastungen oder gravierende soziale Spannungen sind die Folge. Die Großstädte sind damit überfordert. Diese Überbelastung kann nur gestoppt werden, wenn vor allem die Landflucht beendet wird. Deshalb ist es erforderlich, das Leben in den ländlichen Regionen wieder attraktiver zu machen. Digitalisierung leistet einen wesentlichen Beitrag dazu.

These 2: Obwohl Führungskräfte in den Kommunen Digitalisierung als zweitwichtigste Aufgabe begreifen, ist der ländliche Raum konzeptionell schlecht vorbereitet und hat erheblichen Nachholbedarf. Das größte Hemmnis für eine Digitale Agenda wird in den Landkreisen zu 34 % in einem fehlenden bzw. unzureichenden Breitbandausbau gesehen. Nur 6 % der Landkreise verfügen bereits über eine entsprechende Digitalisierungsstrategie.

These 3: Digitalisierung braucht vereinbarte Ziele. Sie sollten an die unterschiedliche Ausgangssituation der ländlichen Regionen angepasst sein. Eine einfache Übertragung von Smart City Ansätzen wird scheitern. Während beispielsweise der städtische Raum ein riesiges Parkplatzproblem hat, existieren freie Parkplätze im ländlichen Raum zur Genüge. Dagegen ist der ÖPNV in der Fläche ein großes Hemmnis für eine umweltschonende Mobilität.

These 4: Eine Digitale Agenda ist ein politisch-strategisches Innovationsprogramm. Sie umfasst alle gesellschaftlichen Lebensbereiche, die sich im kommunalen und regionalen Handeln abbilden. Wesentliche Bausteine werden im Schaubild 1 aufgeführt. Dabei wird die digitale Agenda aus zwei Teilen bestehen müssen. Da ist erstens die “Stadt-Digitalisierung”. Sie umfasst alle Projekte und Maßnahmen, die die Digitalisierung der Stadt und der Region vorantreiben. Zweitens gehört zur digitalen Agenda die “Verwaltungs-Digitalisierung”.

These 5: Die Digitale Agenda ist eine mehrjährige Aufgabe, bei der angesichts der schnellen technologischen Entwicklung die Annahmen und Erkenntnisse fortwährend auf dem Prüfstand stehen und angepasst werden müssen.

These 6: Glasfaser ist die soziale Infrastruktur des 21. Jahrhunderts. Wenn die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse erreicht werden soll, benötigt auch der ländliche Raum eine exzellente digitale Infrastruktur. Um die Standortnachteile kompensieren zu können, muss sie mindestens so gut sein wie in den Großstädten.
These 7: Da die Digitalisierung als Gestaltungs- und Strukturprinzip immer mehr Bereiche unseres Lebens umfasst, muss sichergestellt sein, dass alle Bürger die Chance haben, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich daran teilzuhaben. Kommunen sollten deshalb den Aufbau einer Digitalen Assistenzinfrastruktur – neue digitale Nachbarschaftshilfe – als neue Aufgabe der Daseinsvorsorge begreifen. Ansonsten droht für Millionen von Menschen das Schicksal, von der Digitalisierung abgehängt zu werden.
These 8: Stadt-Digitalisierung und Verwaltungs-Digitalisierung sind zwei Seiten einer Medaille. Die nach außen wirkenden Projekte der Stadt-Digitalisierung müssen durch die Kommunalverwaltung umgesetzt werden. Deswegen bedarf es ebenso eines digitalen Transformationsprozesses innerhalb der Stadtverwaltung. Im Mittelpunkt steht zunächst das magische Dreieck aus HR/Organisation, Prozesse und Technologie. Darüber hinaus werden die Transformationsmaßnahmen der Stadt-Digitalisierung aber auch die Elemente Recht, Finanzen, Kultur/Werte und Wettbewerb umfassen.

These 9: Grundsätzlich gibt es drei Erarbeitungsansätze. Stadt-Unternehmen, Stadt-Elite und Stadt-Stadtgesellschaft. Um eine breitestmögliche Akzeptanz der Digitalen Agenda zu erreichen, sollten Städte die Digitalisierungsstrategie zusammen mit der Stadtgesellschaft erarbeiten. Eine besondere Rolle sollten dabei die Bedürfnisse und Erwartungen der jungen Generation spielen. Die Digitale Agenda gestaltet ihre Lebens- und Erfahrungswelt und damit ihre Chancen nachhaltig für die nächsten Jahrzehnte. Der Prozess muss verstetigt werden und transparent sein.

These 10: Für alle Ebenen gilt: Digitale Kompetenzen und Ressourcen müssen gestärkt werden. Eine Reihe von Städten haben mit der Berufung eines „Chief Digital Officer“ gute Erfahrungen gemacht. Es bedarf aber auch digitalen Sachverstands in den Fachabteilungen. Hier könnte die Einrichtung von Digitalen Lotsen helfen, die nötige Digitalisierungsagenda voranzutreiben.

Die Digitalisierung der ländlichen Regionen sollte eng mit der Entwicklung der Metropolregionen und der Städte mittlerer Größenordnung verzahnt werden. Hier ist koordinierende Aufgabe der Landesverwaltungen gegeben.

 

Der Beitrag von Willi Kaczorowski und Gerald Swarat erscheint auch im Oktober in der PDVNEWS.

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Workations – Kreativurlaub auf dem Lande?

Dieser Beitrag erschien auch auf dem Blog wegweiser-kommune.de der Bertelsmann-Stiftung.

 

Sind workations ein Weg, den ländlichen Raum auch für Digital Natives wieder attraktiv zu machen? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst einmal klären, was „Workations“ sind. Das Kunstwort setzt sich aus „work“ und „vacation“ zusammen. Also Arbeit und Urlaub.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Internetwirtschaft ständig mit neuen Begriffen daherkommt. Freiberufler, die im digitalen Bereich unterwegs sind, werden jetzt Solopreneure genannt. Sie arbeiten im Homeoffice, im Smart Work Center oder im Co-Working Space. Hier steht Ihnen das Equipment und die Infrastruktur wie schnelles Internet, Drucker, Hochleistungsscanner und manchmal auch teure Videokonferenzgeräte zur Verfügung. Außerdem finden Sie in diesen Coworking Center häufig Gleichgesinnte, die an ähnlichen Projekten oder in ganz anderen Bereichen arbeiten und sich so oder dennoch gegenseitig unterstützen und inspirieren können.

Der andere Begriff, der im Zusammenhang mit Workations eine Rolle spielt, ist der der Digitalen Nomaden. Wikipedia definiert digitale Nomaden als „Unternehmer oder auch Arbeitnehmer, der fast ausschließlich digitale Technologien anwendet, um seine Arbeit zu verrichten und zugleich ein eher ortsunabhängiges beziehungsweise multilokales Leben führt.“

Viele dieser digitalen Nomaden arbeiten im weiten Bereich der Internet-Ökonomie. Sie betreiben Websites oder Blogs, verkaufen digitale Produkte wie E-Books oder Online-Videos. Sie sind als Autoren, Übersetzer oder auch als Webdesigner und Softwareentwickler tätig. Eine weitere Tätigkeit, die sich immer mehr ausbreitet, ist die des virtuellen Assistenten.

Bei der Auflistung wird deutlich, dass die Arbeit oftmals orts- und zeitunabhängig erledigt werden kann. Für ihre Berufsausübung benötigen sie Smartphone, Laptop und intelligente Infrastruktur wie Cloud-Dienste o.ä..

Bisher suchen diese digitale Nomaden für das ortsunabhängige Arbeiten, wenn es denn Wochen oder Monate dauern soll, häufig Umgebungen, die Sonne und Strand bieten. Deswegen stehen Thailand, Bali oder auch hippe Städte wie Barcelona bei Ihnen hoch im Kurs.

Und inzwischen werden sogar Kreuzfahrten angeboten, die als Workations organisiert sind und wo die digitalen Solopreneure mit anderen Netzwerke aufbauen, an Kreativworkshops teilnehmen oder einfach auch nur abhängen und feiern können.

Kann der ländliche Raum seine Vorteile nutzen, das Konzept der workations zu realisieren?

Ein wesentlicher Vorteil des ländlichen Raums ist oft die unverbaute Natur, die klare Luft, viel Grün, weniger Stress – ideale Bedingungen für kreatives und entspanntes Arbeiten. Deswegen entfliehen am Wochenende manche digitale Nomaden dem Stress der Großstadt und suchen Entspannung in der ländlichen Umgebung.

Zur Umsetzung des workation-Konzepts könnten bisher verstaubte klassische Seminarhotels in Kreativstätten für digitale Nomaden umgewandelt werden. Das könnte auch für Firmenseminare interessant sein, die die Kreativität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigern, Teambildung betreiben und neue Lösungen erarbeiten wollen.

Aber auch hier gilt: Ohne schnelles Internet geht das nicht. Schnelles Internet ist das Lebenselixier dieser digitalen Nomaden. Es ist auch die Voraussetzung um in einer immer vernetzteren Welt Zugang zu Wissen, persönlichen Netzwerken und kreativen Ideen zu haben. In diesen Kreativhotels müsste die Palette modernster vernetzter Informations- und Kommunikationstechnologie verfügbar sein. Hochleistungsfähiges Internet, W-LAN, Cloud Dienste, Videokonferenz-Equipment, 3-Drucker, Scanner und vor allem – viele Steckdosen – sind elementar.

Weil ohne Auto die Erreichbarkeit ländlicher Regionen mit dem ÖPNV sehr mühsam ist, könnte das Kreativhotel sogar Beförderungsketten organisieren, wie das bei den workations auf Schiffen inzwischen üblich ist. Dort werden die Teilnehmer direkt am Flughafen oder am Bahnhof abgeholt und zum Schiff gebracht.

Mit ein wenig Phantasie und konsequenter Orientierung an den Bedürfnissen der digitalen Nomaden könnten workations ein Weg sein, den ländlichen Raum auch für digitale Nomaden wied

Smart City Talk 9 – Mobilität/Carsharing

Carsharing hat in den letzten Jahren viele Freunde in den Großstädten gefunden. Es ist hier Teil einer Mobilitätswende.

Mit Michel Stumpe, Gründer und Geschäftsführer des Start Up Carjump, diskutiere ich über die Zukunft der automobilen Mobilität in smarten Städten, welche Modelle des Carsharing es gibt und wie die Chancen des ländlichen Raums sind, auch Carsharing Angebote in Anspruch nehmen zu können. Außerdem gibt er Hinweise, was Kommunalpolitik tun kann, damit Carsharing gefördert wird.

http://smartcitytalk.libsyn.com/smart-city-talk-9-automobile-mobilitt-mit-michael-stumpe

Digitalläden – das Apple-Store-Prinzip für den ländlichen Raum?

Der folgende Blogpost wurde zuerst als Gastbeitrag im Blog www.blog.wegweiser-kommune.de der Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht.

Die Digitalisierung erobert in schnellem Tempo unser ganzes Leben. Bildung, Gesundheit, Pflege, Mobilität, Vernetzte Wohnungen oder mit der digitalen Verkehrsumgebung vernetzte Fahrräder. Immer mehr digitale Produkte oder Softwareanwendungen entstehen, bei denen die Werbung suggeriert, dass sie unser Leben einfacher und effizienter machen werden. Produkte wie Smartphones und digitale Uhren werden untereinander vernetzt, es werden Echtzeitdaten angeboten, die uns Auskunft über unseren Gesundheitszustand, die Qualität unseres Schlafes oder unserer gegenwärtigen Kalorienverbrauch anzeigen.

Orte zum Ausprobieren 

Doch wie beschafft sich der Bewohner einer ländlichen Region derartige Produkte? Wo probiert er sie aus? Wer gibt ihm Hilfestellung beim Einrichten und Benutzen? Meistens bleibt ihm nur der Weg in die Technikläden der großen Städte oder der Onlinehandel. Wenn versucht wird, diese Produkte im stationären Handel zu erwerben, erlebt man, dass beispielsweise in sog. Sanitärfachgeschäften einfache technische Fragen kaum beantwortet werden können, weil das Personal dafür nicht geschult ist. Bleibt also nur der Online Handel. Hier scrollt sich der potenzielle Käufer durch zahlreiche Webseiten, vergleicht Preise in verschiedenen Portalen und bestellt das Produkt schließlich im Internet. Meistens wird es dann durch die großen Lieferdienste wie DHL oder DPD ausgeliefert. Hat man Glück, ist man zuhause, wenn es geliefert wird oder die Nachbarin hat es angenommen. Dann beginnt das Unboxing. Voller Erwartung wird das neue digitale Produkt ausgepackt und in Betrieb genommen. Nach wenigen Stunden oder Tagen stellt sich heraus, dass es doch nicht so ganz den Erwartungen entspricht, die Qualität ungenügend oder das Produkt für den eigentlichen Zweck eher unbrauchbar ist. Also wird es wieder eingepackt und an den Hersteller zurückgesandt.

Trainingskurse

Gäbe es auch Alternativen? Der Technologiekonzern Apple hat seit Jahren erkannt, das die Hemmschwelle beim Kauf von Technologie so niedrig wie möglich sein muss. Deshalb hat er in großen Städten die Apple-Stores eröffnet. Die Kunden sollen Produkte ansehen und ausprobieren können. Sie sollen ein Gefühl für das Produkt entwickeln und die verschiedenen Produktvarianten vergleichen können. Und wenn Technik nicht funktioniert, gibt es in den Apple Stores die Genius-Bar. Dort werden technische Störungen beseitigt oder dem Nutzer erklärt, wie er bestimmte Einstellungen vornehmen muss, an denen er vorher immer gescheitert war. Zusätzlich bieten diese Apple Stores auch Fortbildung und Trainingskurse an, damit die Freude mit dem neuen Produkt gleich aufkommen und der Freizeitspaß erhöht oder die Produktivität verbessert werden kann.

Dörflicher Digitalladen 

Könnte dieses Prinzip nicht auch auf auf Standorte im ländlichen Raum übertragen werden? Dazu müßte ein Digitalladen eröffnet werden, in dem wesentliche digitale Produkte aus den Bereichen Gesundheit, Pflege, Mobilität, Bildung, öffentliche Sicherheit o.ä. angeboten werden. Hier würde die Kundschaft diese Geräte oder die Software ansehen, ausprobieren und testen können. Geschulte Verkäuferinnen und Verkäufer stünden zur Seite, um die digitalen Einsteigerinnen und Einsteiger zu beraten und ihnen bei der Produktauswahl zu helfen. Und wenn Geräte nicht mehr funktionieren, wird dem Fehler auf den Grund gegangen und  sie werden wenn möglichst an Ort und Stelle repariert.

Aus Neugierde Kompetenz machen 

Ein so spezialisierter Digitalladen könnte helfen, die Angst vor dem Fehlkauf bei digitalen Produkten zu nehmen. Er würde dazu führen, dass digitale Lösungen in Form von Produkten oder Software auch im ländlichen Raum häufiger genutzt werden, weil sie schneller verfügbar sind. Darüber hinaus könnten Digitalläden auch der erste Schritt zu einer professionellen Assistenzinfrastruktur sein, wenn es um die Benutzung von Internetanwendungen und digitalen Produkten geht. Es ist kein Naturgesetz, dass nur ca. 70 Prozent der Menschen in Deutschland internetaffin sind. Viele stehen noch draußen vor der Tür. Gäbe es Digitalläden, würden sie das Geschäft auch betreten – sei es aus Neugier und weil sie erkannt haben, dass das Potenzial des Internet für die Verbesserung ihrer Lebensqualität sehr hoch ist.

Sind die gestiegenen Wohnungsmieten Chance für Smart Country?

Coworking_Space_in_Berlin
Sind die gestiegenen Wohnungsmieten in den Großstädten eine Chance für den ländlichen Raum? In den vergangenen Tagen waren wieder Zeitungsberichte zu lesen, in denen sich finanziell durchaus normal aufgestellte Mittelstandsfamilien darüber beklagten, dass sie sich in Großstädten wie Hamburg oder Frankfurt keine größere Wohnung mehr leisten können, weil die Mieten derart aus dem Ruder gelaufen sind. Als Konsequenz erwägen sie einen Umzug ins Umland.
Was dem einen seine Eule, ist dem anderen seine Nachtigall, sagt der Volksmund. Für die Kommunen im ländlichen Raum kann diese Mietpreisentwicklung in den Großstädten eine Chance sein, um vermehrt gut verdienende Familien anzusiedeln.
Dazu sollten Sie drei Maßnahmen ergreifen:
 1. Für leistungsfähige Internetzugänge sorgen
Erste Voraussetzung ist, dass sie eine gute technische Infrastruktur bieten. Dazu gehört inzwischen eine leistungsfähige Internetverbindung. Auch wenn die Bundesregierung offiziell der Meinung ist, dass 50 MBit/Sek im download ausreichend sind, zeigen viele Studien, dass der Trend eher in die Gigabit/Sek geht. Glasfaseranbindungen sind deswegen die Technologie der Zukunft – alles andere wird schnell eine Sackgasse. Wenn in einer Familie zwei oder drei Personen gleichzeitig ins Netz wollen, ist die Leistungsfähigkeit von ADSL schnell erschöpft. Und dank ausgefeilter vernetzter Kommunikationslösungen wie Webex, Skype oder Facetime ist es nicht mehr erforderlich, dass nach dem Umzug aufs Land zwangsläufig mehr Pendelei entsteht, wenn man mit den entfernt arbeitenden  Arbeitskollegen zusammenarbeiten will .
Da wir in unserem Leben zunehmend mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-Pc’s nutzen, sollten ebenfalls leistungsfähige (freie) W-LAN Zugänge im öffentlichen Raum oder in städtischen Gebäuden selbstverständlich sein.
2. Für Wissensarbeiter ein Smart-Work-Center einrichten
Viele Angehörige des Mittelstands arbeiten in wissensverarbeitenden Berufen. Sie haben sie inzwischen entdeckt, dass Wissensarbeit auch ortsunabhängig wahrgenommen war kann. Doch nicht jeder hat in seiner Wohnung ideale Voraussetzungen zum geistig-schöpferischen Arbeiten. Mal ist die Arbeitsumgebung nicht ideal, mal erfolgen viel zu viele Alltagsstörungen. Und manchen fehlt es auch an der nötigen Selbstdisziplin.
In einer Reihe von Großstädten haben sich  Coworking Spaces etabliert. Diese sind meist größere, offene Räume und stellen Arbeitsplätze und Infrastruktur (wie Netzwerk, Scanner, Drucker, Videoanlage etc.) zeitlich befristet zur gemeinsamen Benutzung zur Verfügung. Zielgruppe sind Kreative, Freiberufler und Digitale Nomaden. Ein weiteres Kennzeichen der Arbeit in Coworking Spaces ist das gegenseitige Befruchten durch Kommunikation und manchmal auch die Arbeit an gemeinsamen Projekten. In den Coworking Spaces ist man (im Unterschied zum Home Office) nie allein.
Dieses Prinzip könnten kleinere Städte auch für sich umsetzen. Mit der Einrichtung von Smart-Work-Center kann Freiberuflern oder Kreativen eine berufliche Infrastruktur eingerichtet werden, so dass sie ähnliche Vorteile im ländlichen Raum genießen können, wie sie es in den Großstadt hätten. Und für Alleinerziehende könnte das Smart-Work-Center gar mit Kinderbetreuungsmöglichkeiten kombiniert werden.
3. Die Produktion wieder aufs Land bringen
Mit der Einrichtung von Smart-Work-Center könnte auch die Schaffung von 3-D-Druckzonen verbunden werden. In ihnen entstehen Dinge, die an leistungsfähigen Rechnern entworfen werden und dann als Prototyp durch 3-D-Druckanlagen produziert werden. Diese 3-D-Druckanlagen könnten zum Beispiel in den Räumen der örtlichen Stadtbücherei entstehen. Ihre Installation eignet sich aber genauso in Smart-Work-Centern.
Haben Sie weitere Ideen, wie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in ländlich gelegenen Gemeinden von den stetig steigenden Mietpreisen in den Großstädten profitieren können?